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Der Versand von E-Mails soll sicherer werden
04.08.2010
Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte nutzen den Versand von E-Mails an ihre Mandanten oder in deren Auftrag an Behörden wegen der bekannten Unsicherheit teilweise sehr eingeschränkt. Die von vielen Seiten angebotenen Verschlüsselungen erhöhen zwar die Sicherheit, werden aber wegen ihrer komplizierten Anwendung weitgehend abgelehnt. Nun ist durch die Ankündigung von De-Mail und E-Post Bewegung entstanden. Neben den genannten Berufsangehörigen können viele Bürger hoffen, dass die bisherige Unsicherheit und der jederzeit mögliche Datenmissbrauch der Vergangenheit angehören. Die Einbindung der neuen De-Mail und E-Post in das CRM- und Workflow Programm COLLEGA Outlook Infodesk® wird möglich sein.
Die Medien sind voll mit Aufrufen wie „De-Mail Wunschanschrift oder E-Postbrief Wunschanschrift jetzt reservieren“ oder "wer schnell ist, sichert sich die besten Adressen". Neben anderen, eher privaten Anbietern, wie www.reg-email.de, sind derzeit drei eher offizielle Portale mit beachtlichen Unterschieden sehr aktiv: Zwei davon – GMX und WEB.DE – haben es für den endgültigen Start zur Voraussetzung, dass das De-Mail Gesetz verabschiedet wird. Damit rechnet man im Laufe des Jahres. Der Referentenentwurf vom 02.07.2010 steht hier zur Verfügung.
Die Deutsche Post ist mit E-Post seit 14.07.2010 für Privatkunden am Markt, für Geschäftskunden ist die Einführung im 4. Quartal 2010 geplant. Welche weiteren Unterschiede zwischen den Anbietern bestehen werden, wird die Praxis zeigen. Vor allem bei den Gebühren darf auf Wettbewerb gehofft werden. Die Gebühr für einen E-Brief ist genau so hoch wie für einen konventionellen Brief, nämlich 55 €-Cent. Günstig erscheint dagegen der private Anbieter www.reg-email, der für ein „Mail per Einschreiben“ 49 €-Cent berechnen will. Die Preisliste von E-Post finden Sie hier. Die beiden anderen Portale nennen auf ihren Websites (deren Texte weitgehend identisch sind) noch nicht endgültige Gebühren von 15 €-Cent für jede DE-Mail.
Das Wesentliche der drei Kommunikationsportale: Die Deutsche Post wirbt auf ihrer Homepage wie folgt: "Alles, was einen Brief ausmacht – ganz bequem im Internet. In Zukunft nutzen wir das Internet nicht nur selbstverständlich, sondern auch mit selbstverständlicher Sicherheit. Ob Abschluss einer Versicherung, Beauftragung eines Handwerkers oder Korrespondenz mit Behörden. Der E-POSTBRIEF ist so sicher und verbindlich, wie ein Brief mit der Deutschen Post. Denn dank persönlicher Identifizierung wissen Sie beim E-POSTBRIEF immer, mit wem Sie kommunizieren. Und er erreicht genauso zuverlässig jeden Adressaten – auch die Empfänger ohne elektronischen Briefkasten. Besitzt der Empfänger noch keine E-POSTBRIEF Adresse, drucken wir Ihre Mitteilung aus und stellen sie wie gewohnt auf dem Postweg zu."
GMX - und WEB.DE - werben auf ihren Homepages fast übereinstimmend, so dass nachfolgend der Text von GMX abgedruckt wird: "De-Mail ist eine Initiative der Bundesregierung mit GMX (bzw. WEB.DE) und Partnern. Im Unterschied zur E-Mail ist De-Mail ein verschlüsselter Kommunikationsdienst und ermöglicht den sicheren Versand von offiziellen Dokumenten übers Internet. So können Sie sich z.B. Steuerbescheinigungen, Arztberichte etc. zukünftig per De-Mail zusenden lassen. Bereits vor dem Start von De-Mail können Sie sich bei GMX (bzw. WEB.DE) eine De-Mail-Adresse mit Ihrem Namen reservieren - kostenlos!"
Zur Anmeldung seiner Wunschanschrift findet man sich auf den Web-Sites der Anbieter (www.epost.de | www.gmx.de | www.web.de) schnell zurecht. Bei www.epost.de kann man sich sofort als „Privatkunde“ endgültig und kostenlos registrieren lassen. Für „Geschäftskunden“ wird das voraussichtlich ab dem 4. Quartal möglich sein. Etwa eine Woche nach der Anmeldung wird ein Registrierungscode mit der gelben Post zugestellt. Damit und mit einem erneuten Aufruf von www.epost.de sowie mit dem Besuch einer Postfiliale kann man das Registrierungsverfahren abschließen. Namen, Geburtstag, Geburtsort und Adresse muss man so schreiben, wie sie sich aus dem Ausweis ergeben. Das wird bei der Identifizierung in der Postfiliale geprüft.
Wie man sieht, ist das alles leider nicht ganz so einfach, wie die Post es darstellt. Erst muss man seine „Wunschadresse“ bei www.epost.de beantragen, dann muss man nach Erhalt des Registrierungscodes wieder mit Hilfe von www.epost.de die Registrierung erledigen und schließlich muss man sich mit einem bei der Registrierung erzeugten Coupon und seinem Personalausweis zu einer Postfiliale begeben, um sich dort identifizieren zu lassen.
Offenbar ist geplant, diese Umständlichkeiten mit dem neuen elektronischen Personalausweis zu vereinfachen. Der wird aber erst zum 1. November 2010 eingeführt.
Bei www.gmx.de oder www.web.de und sind derzeit nur Reservierungen für natürliche Personen möglich. Reservierungen, die natürliche Personen für De-Mail-Adressen für Firmen vornehmen, werden angenommen. Ob diese dann gültig sein werden, wird sich nach Verabschiedung des Gesetzes ergeben. Auch bei diesen beiden Portalen ist das Reservierungsverfahren kostenlos, wenn man nicht eines der vielen „Sonderangebote“ anklickt.
Welche Namen können reserviert werden? Möglich ist zum Beispiel: peter-dieter.mueller, p.-d.mueller oder nur mueller
Was passiert mit häufig vorkommenden Namen (beispielsweise Franz Müller)? Geplant ist: Der erste bekommt franz.mueller@gmx.de-mail (oder franz.mueller@web.de-mail). Im Übrigen wird hoch gezählt: der Zweite bekommt franz.mueller1@..., der Dritte bekommt franz.mueller2@ usw.
Dass das De-Mail-Gesetz überhaupt nicht kommen wird und damit die Reservierungen bei GMX und WEB.DE gegenstandslos werden, ist sehr unwahrscheinlich. Änderungen sind aber nicht auszuschließen.
Wie das Portal E-Post mit den E-Post-Adressen von „Geschäftskunden“ umgehen wird, ist ebenfalls noch unklar. Dringend muss gefordert werden, dass alle Portale untereinander kompatibel sind, also ein E-Postbrief sicher an einen De-Mail-Empfänger von GMX oder WEB.DE gesendet werden kann und umgekehrt. Weiter muss die Politik es sehr rasch ermöglichen, sämtliche „sicheren“ Verfahren auch für De-Mails oder E-Post-Briefe „über die Grenze“ nutzen zu können. Hier hat der private Anbieter www.reg-email Vorteile, da sein Dienst für alle E-Mail-Adressen im In- und Ausland möglich ist.
Es bleibt abzuwarten, ob die bisherigen „nicht sicheren“ E-Mails durch die neuen Verfahren vollkommen abgelöst oder ob sie weiter für einfachere Mitteilungen – als Ersatz von Telefongesprächen – verwendet werden. Praktische Erfahrungen veröffentlichen wir gerne auf unserer Homepage. Informationen bitten wir an unsere bisherige „unsichere“ E-Mail-Adresse info@collega.de zu senden.
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